RVurt 2012 – Skype in der (Podiums-)Diskussion
Viewen mit Skype, Erfahrungen, Empfehlungen, Warnungen

„Ohne skype wäre ich nie zu Remote Viewing gekommen!“, sagte einer der Teilnehmer und brachte damit einen Umstand auf den Punkt, der unter Remote Viewern wohl bekannt und viel gelitten ist. Die oft großen Entfernungen zwischen den Viewern machen persönliches Beisammensein meist unmöglich. Dafür bot sich ein Internetdienst, der ein kostenloses Bildtelefon bereitstellte, geradezu an. Es gibt davon mehrere, Skype ist vielleicht nicht der Beste, wohl aber der Bekannteste und man kann das benötigte Programm einfach herunterladen und installieren. Daraufhin bildeten sich einige Vernetzungen und Communities, die nun erfolgreich Projekte durchführten und neue Interessenten an das Thema heranführten. Dadurch wurde die Szene erheblich verbreitert.

So weit, so gut. Wie unter erfahrenen Viewern aber längst bekannt, ist eine Remote Viewing Session nicht unbedingt gefahrlos. Nicht nur übersensible Personen geraten in manchen Situationen in psychische und sogar physiologische Schwierigkeiten. Ob es ein Target im Weltall oder die Erfahrung von Schmerzen und Grausamkeiten sind, in bestimmten Situationen kann ein Viewer davon stark betroffen sein und Probleme haben, sich aus eigener Kraft zu helfen.

 

In Büchern, speziell den Lehrbüchern, wurde ausführlich und in ganzen Kapiteln dazu darauf hingewiesen und Anleitungen zur Abhilfe nicht nur für den Ernstfall angeboten. Leider führten zwei Umstände dazu, dass gerade die Interessenten, die Skype nutzten, dies nicht zur Kenntnis nahmen.

1. Die Informationen über den Ablauf einer Session wurden fast ausnahmslos aus dem Internet bezogen, meist aus Videoclips oder Dokumenten kommerzieller amerikanischer Anbieter. Ganz klar, dass hier keine Probleme genannt werden (dürfen).

2. Die Faszination, der neue Interessenten unterliegen, wenn sie auf Remote Viewing stoßen, führt beinahe zwangsläufig zur Negation irgendwelcher Misshelligkeiten. „Uns ist nichts passiert“, wird auf Anfrage stolz verkündet.

Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht, sagt ein altes Sprichwort. Der bei Ausbildern gut bekannte Fall, dass Targetinformationen die Befindlichkeit des Viewers durcheinander bringen, passierte inzwischen auch reinen Skype Viewern. Als einer der Betroffenen trug Stefan Franke seine Erlebnisse vor, die auch in einem Artikel hier nachzulesen sind. Es kam bei ihm zu Störungen des vegetativen Nervensystems, die Regulierung des Kreislaufs eingeschlossen. Es ist ungewiss, wie das Ereignis ausgegangen wäre, hätte der Betroffene nicht aus vorausgegangenen Kursen den Umgang mit solchen Zuständen gelernt.

Erfahrene Viewer treffen Vorsorge. „Ich lege als Monitor mein Handy bereit, um im Fall des Falles sofort einen Notruf tätigen zu können!“, sagte Marco Kuntzsch. Dazu müssen die Adresse und die Umstände des Session-Partners allerdings bekannt sein. Viewings mit Internetbekanntschaften, die nur durch einen Avatar ausgewiesen sind, können so leicht schiefgehen.

„Wie oft treten denn diese Vorfälle in der professionellen Ausbildung auf?“, wurde von einem Zuhörer gefragt. Eine Antwort hierauf ist schwer zu geben. Unfälle passieren ja auch nicht regelmäßig.

„In den vergangenen 12 Jahren war es ungefähr 10 bis 12mal, dass ich sehr besorgt war und froh, physikalisch anwesend zu sein“, resümierte Manfred Jelinski aus seiner Perspektive. „Ich war immer froh, dass meine Erfahrung ausreichte, um diese Situationen zu meistern.“

Ganz klar: Professionelles Training muss sicherstellen, dass möglichst nie etwas passiert.

Die Vorfälle, die derzeit bekannt sind, lassen sich in zwei sehr unterschiedliche Kategorien einteilen. Zum einen sind es natürlich überwältigende Eindrücke, die durch die tiefe Bilokalität des Viewers in der Stufe 6 entstehen, wenn sehr viele Details zu einem übermäßig realistischen Eindruck führen. Da hier der Viewer bereits über eine größere Erfahrung verfügt und auch durch den Monitor leichter geführt werden kann, ist dieses Risiko geringer. Die unangenehmsten Vorfälle ereigneten sich durchweg in der Stufe 1. Die Erklärung dafür kann inzwischen ebenfalls gegeben werden.

Im Prozess des „Hineinkommens“ besteht noch eine starke Präsenz des Wachbewusstseins. Kommt ein starker Impuls aus der Matrix, beispielsweise über sehr lebensfeindliche Umstände am Zielort, so konkurriert dieser Eindruck mit den Informationen, die das Wachbewusstsein über die Körperrezeptoren bekommt. Ist der Eindruck aus dem Target sehr stark, kann es dazu kommen, dass diese auch für den eigenen Körper als bestimmende Faktoren wahrgenommen werden. Das vegetative Nervensystem wertet dann diese Botschaft (falsch) aus und reagiert dementsprechend. Es gibt eine große Anzahl von Menschen, die nicht durch ein Unglück selbst sondern aus Angst davor gestorben sind. Das ist in etwa vergleichbar.

Da also die größten Probleme gerade bei Beginnern auftreten können, ist eine gewisse Vorsicht gerade bei Einführungen in die Methode angemessen. Beim Trainer sollte hierzu auch ein ausreichender Erfahrungsschatz vorliegen.

Noch ein anderer Umstand führt beim Viewen über Skype zu deutlich schlechteren Ergebnissen: In der Stufe 6 ist es häufig nötig, dass der Monitor die früheren Seiten durchsehen kann. Oder er möchte gern etwas Spezielles machen, wozu gehören würde, dem Viewer schnell ein anderes Blatt vorzulegen oder auf eine bestimmte Stelle auf dem Blatt zu zeigen. Verbale Lösungen sind da meist so umständlich, dass der Viewer aus seinem Zustand herausfallen kann. Übrigens erzählte einer der Diskutanten, dass das Mitschreiben der Informationen durch den Monitor auch nicht die glücklichste Lösung sei, da dieser durch das serielle Schreiben mit in die Session gezogen werden.

Dennoch bleibt für viele Skype-viewing die einzige praktikable Methode, mit Remote Viewing zu arbeiten. Durch die Kenntnis der entsprechenden Auffang- und Herausführungstechniken kann man die Gefahr vielleicht nicht ganz auffangen, aber auf ein vertretbares Maß herabsenken. Natürlich muss allen Beteiligten klar sein, worauf sie sich einlassen.

Für einige gab es ganz besondere Gründe, sich mit Skype-Viewing wohl zu fühlen. Marco Kuntzsch führte an, dass er zu Hause bequem alle nötigen Unterlagen verfügbar habe und auch während der Session, ohne den Viewer zu stören, auf anderen Papieren und Kanälen recherchieren könne. Für viele bedeutete es ganz prinzipiell ein sicheres Gefühl, in einer gewohnten Umgebung zu viewen, was möglichen Unsicherheiten entgegenwirkt.

Tabea Z., bekannt aus ihrem Blog über ihr RV-Praktikum, brachte noch einen anderen Aspekt in die Diskussion: was wäre, wenn der Viewer so angeregt sei, dass seine reine Ausstrahlung den Computer stört oder gar abschaltet. Ihr wäre das schon passiert und diese Erfahrung deckt sich mit einigen anderen Berichten, in denen Viewer ganze stationäre Netzwerke lahmlegten und Anwendungen störten. Sich so von den durchaus gewinnbringenden Skype-Viewings auszuschließen, ist natürlich sehr bedauerlich.

Kurzes Fazit: Skype ist ein unverzichtbares Mittel für die ganze RV-Szene und nicht mehr wegzudenken. Man sollte sich aber über die Implikationen im Klaren sein und mehr noch als bei persönlichen Sessions die Notfallbetreung üben.