Wissenschaftliche Erforschung

von RV in Deutschland - Teil 1


von Maximilian Müller

Seit 1996 beschäftigen sich Menschen in Deutschland aktiv mit der systematischen Methode des Coordinate Remote Viewing (CRV). Aber wie steht es eigentlich um die wissenschaftliche Erforschung dieser Technik in Deutschland? Mit anderen Worten: Beschäftigen sich auch Wissenschaftler (Definition: Personen mit abgeschlossener Hochschulbildung, die im Bereich der Wissenschaft tätig sind) mit RV und speziell dem CRV - Protokoll?

Hier muss nüchtern festgestellt werden, dass parapsychologische Forschung im Allgemeinen an deutschen Hochschulen oder wissenschaftlichen Instituten so gut wie nicht stattfindet. Am ehesten noch wäre das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg i.Br. zu nennen, welches auch gemäß der Vorgaben seines Gründers Hans Bender offiziell zu unkonventionellen Themen Forschung betreibt. Ansonsten gibt es noch eine Reihe von akademischen Einzelpersonen, die neben ihren konventionellen Tätigkeiten an Hochschulen, auch parapsychologische Experimente durchführen. Einen offiziellen Lehrstuhl für anomale Psychologie oder Parapsychologie gibt es an deutschen Universitäten allerdings nicht.

Wenn man konkret die RV-Forschung an deutschen Wissenschaftsinstitutionen betrachtet, wird es nicht unbedingt besser. Am IGPP gab es natürlich von Beginn (1950) an Experimente zu außersinnlicher Wahrnehmung, wobei im Prinzip der gleiche Informationsweg angesprochen wird wie bei RV. Jedoch wissen wir bereits aus der parapsychologischen Grundlagenforschung, dass unsystematische Psi-Anwendungen nur kleine Effekte hervorbringen, die erst bei vielen Versuchsdurchgängen statistische Signifikanz erreichen. Fakt ist, dass die systematische Methode des CRV - Protokolls nicht in früheren Experimenten am IGPP zum Einsatz kam. Besonders die Abläufe und Mechanismen des Protokolls sind jedoch hauptverantwortlich für die Effektivität der Methode. Darüber hinaus definiert sich RV nach Auffassung vieler Experten (darunter Paul H. Smith und Manfred Jelinski) gerade durch die Verwendung des Protokolls und grenzt es damit von anderen unsystematischen Psi - Methoden ab. Würde man dieses Kriterium zur Beurteilung der RV-Forschung in Deutschland heranziehen, dann hätte an deutschen Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten bis 2016 noch nie tatsächliche RV-Forschung stattgefunden!

Im Sommer 2016 ermöglichte mir Dr. Marc Wittmann, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des IGPP, ein Praktikum als Teil meines Psychologiestudiums. In dieser Zeit führten wir gemeinsam die erste RV-Studie in Deutschland nach dem CRV-Protokoll durch. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift für Anomalistik veröffentlicht (PDF: https://www.anomalistik.de/images/pdf/zfa/zfa2017_12_083_mueller_wittmann.pdf . Im darauffolgenden Jahr entstanden zwei weitere Studien, darunter die Studie, mit der wir (Maximilian Müller, Laura Arndt, Marc Wittmann) den Warcollier Preis der International Remote Viewing Association (IRVA) gewonnen haben  Im Dezember 2017 reichte ich dann meine Bachelor-Arbeit mit dem Titel Remote Viewing: Proof of Principlean der Helmut Schmidt Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg ein - die erste Arbeit über RV, die gleichzeitig zum akademischen Grad Bachelor of Scienceim Fach Psychologie qualifizierte. Im Herbst 2018 entsteht dann bereits die nächste Bachelor-Arbeit von Laura Arndt mit dem Titel Associative Remote Viewing: Proof of Principleund 2019 voraussichtlich meine Master-Arbeit über praktische Anwendungen des CRV-Protokolls zur unkonventionellen Informationsgewinnung.

Letztendlich hat es über 20 Jahre (1995 - 2016) nach der ersten Begegnung mit RV in Deutschland bis zur ersten wissenschaftlichen Arbeit zu diesem Thema gedauert. Wie aus den bisherigen Studien zu ersehen ist, bietet das Untersuchungsfeld ein großes Potential für weitere Forschungen. Bisher beschränken sich die Untersuchungen noch auf die oben beschriebenen Arbeiten, die in Zusammenarbeit mit dem IGPP entstanden. Ich denke, das IGPP wird leider auch in naher Zukunft nicht eigeninitiativ bestrebt sein, weitere RV-Studien anzustellen. Das liegt vor allem daran, dass die Kompetenz zur Durchführung von Sessions mit dem CRV-Protokoll immer an Personen gekoppelt ist, die auch eine Ausbildung darin absolviert haben, was bei den Wissenschaftlern am IGPP nicht der Fall ist. Dies trifft logischerweise auch auf andere momentan tätige Wissenschaftler an Universitäten zu. Die weitere Erforschung wird wohl zunächst die Aufgabe von motivierten Einzelpersonen bleiben, die sich akademisch oder privat mit der Methode beschäftigen wollen. Ich möchte in diesem Zusammenhang jeden wissenschaftlich Interessierten ermutigen, die Forschung fortzuführen. Remote Viewing in Verbindung mit dem CRV - Protokoll bietet ein unvergleichbares Potential, etwas über die Natur des Menschen und seine Rolle im Universum in Erkenntnis zu bringen. In Teil 2 dieser Artikelreihe werde ich die wesentlichen Ergebnisse der drei bisher durchgeführten Studien detaillierter vorstellen. Ein erster Schritt für die wissenschaftliche Erforschung von RV in Deutschland ist gemacht, auf dessen Grundlage weitere Studien aufbauen können!

Anmerkung:r Fragen und zur Unterstützung bei der Konzeption von RV-Studien bin ich jederzeit bereit. Momentan ist eine Studie für den Zeitraum Oktober 2018 bis September 2019 geplant, für die Viewer, Monitore und vorzugsweise Teams gesucht werden. Interessierte, die im CRV-Protokoll (bis Stufe 6) ausgebildet sind, können sich auch gerne jetzt schon für eine zukünftige Zusammenarbeit melden. Details hierzu folgen in den nächsten Monaten. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!