Den Propheten gehen die Katastrophen aus

Seit 2012 gibt es eine neue Entwicklung: Man sieht alles nicht mehr so düster. Der Weltuntergang hat nun doch nicht stattgefunden. Das gibt den einen neue Hoffnung. Den anderen beschert es einen Umsatzrückgang.

Bücher über den Weltuntergang sind nun nicht mehr so gut verkäuflich, es sei denn sie sind eher satirisch. Ein nächster Weltuntergang ist auch nicht so recht in Sicht. War da nicht der Asteroidencrash? Nein, nicht der ominöse Nibiru, der durch die Verschwörungsliteratur geistert (aber offenbar nicht durch unser Sonnensystem), sondern ein größerer Gesteinsbrocken mit dem schönen Namen Apophelis, der ab 2029 mehrmals der Erde sehr nahe kommen soll. Nachdem Remote Viewer, unter ihnen auch schon sehr früh Joe McMoneagle in seinem Buch „The Ultimate Time Machine (1998)“, abgewinkt haben, hat nun auch „die NASA noch einmal nachgerechnet“. Er trifft uns wirklich nicht.

Was bleibt? Ach ja, jede Menge Krisenorte.

Nun, die gab es immer, die sind relativ begrenzt. Kein seriöser Remote Viewer wird mehr aus solchen Gründen einen dritten Weltkrieg voraussagen. Das würden die Großmächte einschließlich China auch nicht mehr zulassen. Abgesehen von der wirtschaftlichen Verflechtung weiß man dort, dass die Erde in ballistischer Hinsicht sehr klein geworden ist. Jeder ist jederzeit erreichbar, nicht nur auf Facebook, sondern auch mit echter Munition.

 

Und der Nahe Osten? Iran, Pakistan Israel? Dort ist schon seit so vielen Jahrzehnten ein Krisenherd, dass man sich daran gewöhnt hat. Aus Afghanistan ziehen sogar die westlichen Truppen ab. Halt, war da nicht noch Nordkorea, das Ed Dames immer als Auslöser eines Atomkriegs sah? Sollen wir hoffen, dass er da mal recht hat? Nun, ob man einen Kriegszustand noch zum zehnten Mal ausruft oder nicht, ändert nichts seit fast 60 Jahren: Der Kriegszustand wurde nie aufgehoben. Egal, wie der Machthaber dort heißt, er muss wissen, dass  einen Tag nach einer wirklichen Aktion das Land erledigt wäre. Und weder China noch Russland wirklich den Finger rühren würden. 

Neuerdings ist Mali in die internationale Aufmerksamkeit gerückt. Deutschland beteiligt sich auch an dem dortigen Krieg … mit genau zwei Transportflugzeugen.

Dann bleibt doch immer noch der Euro­-Crash? Ach ja, seufz, ein wunderbares Thema, mit Angst Geld zu machen. Deutsche Remote Viewer winken schon seit Jahren ab: So nicht. Der Euro wird sich stabilisieren, auch wenn es (für die Einwohner) teuer wird. Und wenn man die täglich eintreffenden Nachrichten in ihrer Tendenz bewertet, so wird diese Voraussage immer wahrscheinlicher. Europa kann sich den Crash gar nicht leisten. Das hat jetzt sogar die bekannte Ratingagentur Fitsch erkannt. Für sie ist die Eurokrise quasi beendet.

Was sagen Remote Viewer zu der Entwicklung? Ärgerlich, dass man für positive Voraussagen verlacht und angefeindet wird. Weil sie nicht verkaufen. Erfreulich, dass man Recht behält. Und das ist doch noch viel mehr wert, oder?