Methode und Theorie

Zukunftsprognosen als RV-Projekt

Die Zukunft ist weder wahrscheinlich noch unwahrscheinlich, sondern einfach noch nicht eingetroffen. Natürlich kann man mathematisch bestimmen, dass manche Ereignisse wenig bis keine Chance haben, einzutreffen, aber viele Entwicklungen geschehen trotzdem, obwohl ihnen sehr wenig Möglichkeit zur Realisierung eingeräumt wurden.

ZeitverlaufDie Einschätzung einer wahrscheinlichen Entwicklung liegt in der Entscheidung von beteiligten Personen, Historikern, Wirtschaftswissenschaftlern, Technikern, also Menschen, die alle einen Filter in die Beurteilung einschalten, nämlich ihre eigene Erfahrung und Weltsicht. Neben allen anderen Faktoren macht es genau dieser Umstand so schwer, Remote Viewing-Voraussagen neutral zu interpretieren. Auch hier wird sich der Auswerter mit Gedanken wie: „Das kann gar nicht sein!“ oder „Das würde ja alles umwerfen, was wir bisher dachten!“ herumschlagen müssen und in der Aussage dann eher konservative Aussagen treffen, die nicht sehr weit von dem augenblicklichen allgemeinen Weltverständnis – oder mindestens von dem des Auftraggebers entfernt ist.

Man muss sich ebenfalls vor Augen halten, dass die Zukunft sehr komplex ist; alle Faktoren wird man deshalb in ein paar Sessions nicht erhellen können. Was tun? Wir wollen ja verwertbare Voraussagen.

 

Die erste Idee ist, die Entwicklung eines Dinges, eines Zustands oder einer Person in der Zukunft zu betrachten.

Das ist im Rahmen von wenigen Remote Viewing-Sitzungen machbar. Wenn aber keiner dieser Fakten an einer wichtigen Entwicklung beteiligt ist, kann unsere Voraussage heftig danebengehen. Vielleicht, da alles auf alles einwirkt, kommen wir im Lauf der Zeit sozusagen als Beifang auch darauf, aber sicher ist das nicht.

 

Es ergibt sich also die Frage, wie man zukunftsbestimmende Faktoren generell aufspürt, auch wenn sie vielleicht noch unbekannt sind. Ein Ansatz dazu war im Jahr 2000 (denn so lange existiert dieses Projekt schon) die Frage, welcher Indikator weltweit am verlässlichsten wäre, die allgemeine Lage zu beobachten und besondere, entscheidende Ereignisse aufzuspüren. Die Wahl fiel auf den DAX, den deutschen Aktien-Index. Aktienkurse reagieren am schnellsten auf Geschehnisse, wenn sie bedeutend genug sind und das heißt, wenn sie viele betreffen. Die Targetformulierungen müssen natürlich über die Zeit hinweg angepasst werden. Und man wird immer unterscheiden müssen, ob man die nähere Zukunft oder vielleicht einen weiteren Zeitraum viewen will.

Alle wichtigen ausländischen Ereignisse bilden sich im Dax ab.

So war die erste Targetformulierung, was den Dax in der Zukunft beeinflussen wird, und weil wir detaillierte Daten bekommen wollten, nahmen wir Firmen als Target. Die Erfahrung war tatsächlich, dass man anhand dieser Vorgabe eine große Zahl von gesellschaftlichen Daten sozusagen als "Beifang" mitbekam.

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