Kolumne

 25.03.2020 – Mittwoch

Berliner Fledermäuse und abflachende Exponentialfunktionen (Eine Satire).

Prof. Dr. C. Droste ist ein Held. Er kämpft gegen der/die/das Virus. Ich habe noch mal nachgeschaut, es heißt korrekt das Virus. Wenn die Welt schon untergeht, dann zumindest rechtschreiblich korrekt.

Unser Held hat einen Test entwickelt, gegen das Virus, das ist gut. Aber schon 2003, das ist … na ja.

Zu dieser Zeit war das SARS-Virus aktiv und dabei die Menschheit auszulöschen, was, wie wir wissen auch gelang, bei den Vögeln lief es ähnlich und bei den Schweinen auch, deshalb bin ich Vegetarier, aber dies nur am Rande.

Zu dieser Zeit, als die Menschheit noch existierte, informierte sich unser Held vor Ort in China, als dieses Land noch existierte, über die Zustände bei den dortigen Viren. Es wurde festgestellt, dass Fledermäuse diese Viren haben und auch übertragen, manchmal auch auf Menschen, die aber kaum was davon merken, meist gar nicht. Fledermausviren und Menschen, dass passt irgendwie nicht so richtig, soweit meine Interpretation der Studie unseres Helden, als die Menschheit noch existierte.

Da wir jetzt wissen, dass der Export von Fledermäusen aus China kaum möglich ist, da diese kleinen Tierchen dort als Delikatesse gelten, wurden ausgesuchte Exemplare auf den Weg nach Europa geschickt (Annahme des Verfassers). Leider kamen die fledernden Mäuse nie in Europa an.

Unser Held kam auf eine Idee, die man nur als super bezeichnen konnte. Er hatte bemerkt, dass es auch in Europa Fledermäuse gibt und suchte hier das SARS-Virus und wurde fündig.

Der Test konnte entwickelt werden, ohne die Chinesen beim Essen zu stören.

In seiner Studie äußerte unser Held eine Vermutung: vermutlich könnte der Test auch in China eingesetzt werden, in 2003 konnte das nicht mehr geschehen, die „Pandemie“ war vorbei und die Menschheit war verschwunden.

Na ja, so doll war der Test dann auch nicht, er hatte eine Treffsicherheit von knapp unter 50%, aber wer will schon immer eine Münze werfen, die könnte ja infiziert sein.

Europäische Fledermäuse (vielleicht sogar deutsche Fledermäuse, wer will denn schon nach Transsilvanien reisen, um Fledermäuse zu jagen, Annahme des Verfassers) waren demnach die Basis für den Test.

Und das geschah vor langer, langer Zeit, im Jahre 2003.

Nachdem sich die Menschheit, wie im bekannten Hasenlied, wieder aufgerappelt hatte und sich besann, verschlief der Test viele Jahre im Kühlschrank unseres Helden und wartete auf seinen Weckruf bis Januar 2020 in Wuhan, in China.

Die Vermutung unseres Helden wurde zu Tatsache, das Testen begann und die daraus folgenden Aktivitäten spüren wir aktuell.

Die heutigen Informationen zur Ausbreitung des C-Viruses seitens des RKI waren sehr positiv. Die Exponentialfunktion (der exponentielle Verlauf, Annahme des Verfassers), flacht sich ab, zum Beweis wurde das Bild einer Verteilungsfunktion präsentiert.  

Hatte ich bei meiner Statistikprüfung nach drei Semestern Statistik meinem Professor eine solche Interpretation des Sachverhaltes vorgelegt, hätte sich vermutlich seine Lebenskurve rapide abgeflacht, einfach ausgedrückt, er hätte sich totgelacht.

Dafür hätte es mehrere Gründe geben können.

  • Eine Exponentialfunktion kann sich nicht abflachen (wenn eine Funktion diesen Verlauf hat, ist es keine Exponentialfunktion)
  • Eine Verteilungsfunktion ist keine Exponentialfunktion, kann aber „flacher“ werden
  • Ich habe keine Ahnung von der Materie und habe deshalb mein Glück versucht, indem ich einen Beitrag zur allgemeinen Erheiterung leiste, um zumindest hier auf das Ergebnis „bestanden“ zu hoffen.

Mit den Besten Grüßen an das RKI.

Dann bis morgen.

RR