Kolumne

 

Gerade zu Weihnachten:
                                  Wohin geht die Reise?

von Manfred Jelinski (Ja, ich weiß, ein politischer Artikel. Aber irgendwann muss man auch diesen schreiben. Warum nicht jetzt?)

In den vergangenen Jahrzehnten habe ich viele Sessions gehabt, in denen es um Politik und bestimmte Ereignisse ging; auch von vielen anderen, irgendwo verstreuten Remote Viewern hörte ich ganz Ähnliches. Sie berichteten durchweg von der Korrumpierbarkeit der Spitzenpolitiker überall auf der Welt. Und den Anstrengungen, das zu vertuschen. Über Verbindungen von industriellen Kreisen mit Regierungsoberhäuptern. Die ganze Welt sei eine Bananenrepublik, hieß es, und wir seien mitten drin.
Auch bei uns werden Milliardensummen verschoben, für das Volk sinnlos ausgegeben, zum Wohle weniger. Ganz offiziell. Erinnern Sie sich noch an das Drohnenprojekt der Bundeswehr? Viele andere Projekte führte und führt man noch immer weiter, man kennt die „Baustellen“, die immer weiter ins Geld gehen und wenigen nutzen.
Das einzig Witzige daran ist, dass man nun eine neue Vertuschungstaktik entwickelt hat, die allen Verschwörungstheoretikern das Herz höher schlagen lässt. Das wirklich Neue ist, dass man einen gesellschaftlichen Aspekt gefunden hat, mit dem man jeden in der Bevölkerung gefügig machen kann, und wenn ich jeden sagen, dann meine ich: JEDEN.
Das Volk zu beschäftigen, war schon zu Cäsars Zeiten probat. Vielleicht hat man schon damals das gleiche Thema benutzt, ja ich bin da ganz sicher. Zuwanderung. Fremde. Das archaische Gefühl, die eigene Sippe schützen zu müssen. Damit trifft man alle. Und dann sind sie beschäftigt. Mit Reden und gegenseitigen Vorwürfen. Das Internet macht’s möglich: Wer eben noch mein „Freund“ war, ist plötzlich mein erbitterter, gern auch unflätiger, ausfallender Feind, weil man aufgrund einiger Worte hier eine andere Position zu erkennen glaubt.
Wunderbar! Dann redet man wenigstens nicht über die wirklich wichtigen Dinge.


Inzwischen ist alles aufgesogen, einbezogen in das Geflecht der zielgerichteten gesellschaftlichen Diskussion, die eigentlich nur ein Ziel hat: diskutieren und zerstreiten. Das ist die Lösung für alle, die man nicht vor die Fernsehschirme verbannen konnte, jene die noch selbst denken. Jetzt hat man sie in der Falle, sie streiten sich selbst zu Tode. Und weil die Nachrichtenmedien inzwischen alle (ALLE!) quotenorientiert sind, machen sie natürlich mit. Das ist die Wunschlösung für die Demokratie: alle über alles mit jedem gegen jeden antreten zu lassen. Dabei kann man wunderbar weitere archaische Reaktionen benutzen, ganz wie es Werbepsychologen schon vor Jahrzehnten erkannt haben.
Der Großteil der Bevölkerung möchte gern ruhig leben, sein Erworbenes und Erspartes sicher sehen. Also muss man diesen Leuten sagen, dass es eine Gefahr gibt. Und weil jeder betroffen gemacht werden kann, ist es ein leichtes Spiel für die Regisseure der großen Bewegungen. Man weiß  nun, wen man wählen muss. Wenn man noch hingeht.

Die größten Gruppen in der Bevölkerung sind Männer und Frauen. Fortpflanzung gehört zu den drei archaisch wichtigen Themen, von denen wir schon Sicherheit für die Sippe genannt haben. Das dritte Thema ist Ernährung. Alles klar? Immer und überall ein bisschen Öl ins Feuer gießen!
Fortpflanzung ist ein wunderbares Thema. Man hat sowieso zwei Lager, die von der Natur aus mit einem Reiz-Reaktions-Schema ausgestattet sind und meistens auch mit einem Trieb, der sich erfüllen soll. Seit der Steinzeit der Stoff für szenische Darbietungen höchster Brisanz. Und wenn man die Berichterstattung über tägliche Vorkommnisse ordentlich anheizt, wird aus jedem Einzelfall ein Riesen-Diskussionsthema, in dem sich jeder engagieren kann. Genial. Denn Menschen hätten ja gern, dass der andere so denkt, wie man selbst. Ein irgenwie diskreditierender „Fall“ findet sich jeden Tag.

„Fremde“, „Ausländer“, „Zugezogene“ schlechthin energetisieren das urzeitliche Sicherheitsgefühl. Hier packt man besonders die einfachen Gemüter, die dicht an ihren archaischen Mustern sind. Trotzdem geht man zum Italiener essen, kauft Gemüse beim Türken an der Ecke, einen Imbiss nimmt man beim Amerikaner mit den Riesenbrüsten ein, zum Abend gibt es griechischen Wein, Peking-Ente oder vielleicht Cous-Cous, und dann schließt der Tag gern mit einem englischen oder skandinavischen Krimi. Von Tortilla, Tequila und Hot Dogs wollen wir gar nicht reden. Täglich leben wir den Weltbürger und es ist wirklich erstaunlich, wie das plötzlich zum Streitfall wird. Wie immer wieder ganz abrupt die die Aufmerksamkeit für marginale Unterschiede im Baumuster Mensch aufflammt. Und wie das plötzlich immens wichtig wird. Kann das Absicht sein?

Denn das Fazit ist: An den Stellen, an denen etwas zum Besseren geändert werden müsste, passiert – Nichts. Hilfe, wo es wirklich nottut - auch das noch! Vorher hat sich längst alle Kraft in der erbitterten Diskussion und Anfeindung der Bevölkerung unter sich totgelaufen.
Dafür ist das Internet auch ein Superhilfsmittel. Deshalb wird es auch nicht abgeschafft. Das tut man nicht einmal in Nordkorea oder in China, wo innerhalb der Abschottung genau das gleiche erreicht wird, wie im Rest der Welt. Und die Kommunikationslawine liefert beste Daten für die Menschenverwaltung, wie man weiter „steuern“ muss.
Selbstverständlich gibt es „Friedens- und Befreiungsmissionen“, aber bitte immer nur so weit, dass ein Gegner erhalten bleibt. Oftmals dienen diese Operationen der Erhaltung des Krisenherdes.
Solange es noch „Spielwiesen“ für diese Befeuerung der Bevölkerungskontrolle gibt, können ungehemmt Vernichtungsschauspiele in den betroffenen Ländern durchgeführt werden. Wenn doch der Platz knapp werden sollte, steht schon das nächste Mittel zur Bevölkerungskontrolle bereit, das in ungefähr zehn Jahren einsatzbereit ist. Dann wird es Implantate geben, mit denen man ohne weitere technische Hilfe ständig online sein kann, bei Facebook, bei Google und in allen möglichen Chats und mit allen „Freunden“ verbunden. Wenn die Menschen erkennen, dass sie draußen auf der Straße zu gefährdet sind bei diesem Tun, werden sie zuhause bleiben. Und wer sich da ausgrenzt, wird geächtet.
Dann ist das Ziel der absoluten Kontrolle einer Demokratur erreicht. (Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal eine Echtversion von "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley "1984" von Eric Blair persönlich erleben würde. Gutes Viewerteam! Jeder eine Hälfte!) Ist vielleicht alles, was ich bisher beschrieben habe, nur eine Hinhaltetechnik, bis mit dem Einsatz implantierter Technologie dieses Ziel erreicht ist? Eine Herde von Schafen?

Die Frage ist: Lohnt sich dieses Ziel?

Remote Viewer haben wenig weiter als bis 2030 geschaut. Bis dorthin sieht die größte Wahrscheinlichkeit so aus, wie oben beschrieben. Es gibt eine geringe Anzahl von Viewern, die weiter geschaut haben und sie fanden erstaunlicherweise erheblich weniger Menschen auf der Erde vor.

Wäre das tatsächlich das gewünschte Endergebnis?

Dann müsste die gesamte Produktion automatisiert sein. Wenn Menschen nicht mehr aus dem Haus gehen, arbeiten sie auch nur noch sehr beschränkt. Auch die Verwaltung müsste völlig digital und internettauglich werden. Nun, das sollte zu lösen sein. Kinderkriegen würde zunächst auch kein Problem sein, denn bereits heute merken Politiker an, „dass alle fremdenfeindlichen Deutschen bedenken sollten, wer in wenigen Jahrzehnten ihre Rente zahlt!“ Das ist wieder ein wunderbar formulierter Nebenkriegsschauplatz. Auch Zugezogene müssen kontrolliert werden. Sie werden sich nach kurzer Gegenwehr ebenfalls einreihen. Denn wer nur noch zu Hause in seiner persönlichen virtuellen Welt lebt, braucht doch auch kaum mehr als eine Grundsicherung, oder?

Das würde aber einen absoluten gesellschaftlichen Paradigmenwechsel bedeuten. Dann wäre der Kapitalismus am Ende. Haben sich das die Protagonisten des immerwährenden Wirtschaftswachstums und die mit ihnen verbandelten Spitzenpolitiker gut überlegt? Wissen sie, dass sie kurz darauf ebenfalls der allgemeinen Entwicklung anheim fallen werden? Wäre es wirklich toll, „das Volk“ endlich los zu sein?

Werden sie mit der eigenen Langeweile klarkommen? Nein, wir brauchen keine Wahrscheinlichkeit wie Atlantis. Man kann auch ohne globale Katastrophen untergehen. Indem man sich über Banalitäten wie Hautfarben, Geschlechtseinstellungen und angesagte Modeströmungen bis aufs Messer bekämpft. Auch die Vertreter aller Religionen machen eifrig mit, obwohl in ihren Lehrbüchern genau das Gegenteil steht. Weiß eigentlich der aktuelle Papst, auf welch gefährlichem Terrain er wandelt? Oder ist er gar einer der Vorboten einer Entwicklung zum Besseren? Eigentlich seehr unwahrscheinlich, wenn man die Geschichte so durchgeht.

Trotzdem muss gesagt werden: all die beklemmenden Visionen sind nur Wahrscheinlichkeiten. Wenn wir durch Remote Viewing etwas Wichtiges gelernt haben, dann dieses: Man kann Zukünfte ändern, egal wie unabänderlich sie zu sein scheinen. Man braucht allerdings manchmal sehr viel Kraft. Um sie dosiert anzuwenden.

Das wäre doch das zentrale Remote-Viewing-Projekt für 2015:

Target:
Wie kann eine wirkliche "Schöne neue Welt" und zwar für ALLE Menschen auf der Erde erreicht werden? Beschreibe!

In diesen Sinn schöne Feiertage und ein sinnvoll erfülltes Neues Jahr!